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Schlagwort: Mazedonien

Blogparade: Bestes Foto 2009 (subjektiv)

Martin hat auf seinem Blog „visuelleGedanken“ zu einer Blogparade mit dem Thema „Euer bestes Foto 2009“ aufgerufen. Dem Ruf möchte ich auch folgen und ein Bild posten, das in diesem Jahr entstanden ist. Hier ist es:

Schweden in einer griechischen Fähre?

Schweden in einer griechischen Fähre?

Es ist gar nicht so einfach, „das“ beste Foto eines Jahres aus 5071 auf der Festplatte schlummernder Fotos aus dem Jahr 2009 herauszusuchen. Ich möchte mir hiermit nicht anmaßen, objektiv beurteilen zu können, dass dies mein bestes Foto ist. Ich möchte dennoch kurz erklären, warum es eines meiner besten Fotos ist.

Zunächst zum technischen:

Es ist keine technisch aufwendige Aufnahme, dennoch reizt mich die Farbgebung und die Komposition. Den starken Kontrast zwischen Gelb und Blau habe ich in Lightroom angepasst.

Viel wichtiger als der technische Aspekt hinter der Aufnahme ist für mich aber der ideelle Wert. Das Foto ist auf der Rückfahrt von Ohrid (EJR Mazedonien) auf einer Autofähre von Igoumenitsa (Griechenland) nach Ancona (Italien) entstanden. Diese Rückfahrt bedeutete für mich zum einen eine fantastische und interessante Zeit in Mazedonien mit geologischer Feldarbeit hinter mich zu bringen und zum anderen, wieder nach Hause zu kommen und meine Familie und Freunde wiederzusehen. Es zeugt also von einer innerlichen Freude für das Vergangene und für das Zukünftige.

Bachelor of Science – Applied Geosciences

Es ist geschafft! Seit Ende September 2009 habe ich meinen Bachelor of Science in Angewandten Geowissenschaften in der Tasche und bin in den Master of Science des gleichnamigen Studiengangs an der RWTH Aachen übergegangen.

Die Bachelorarbeit zum Thema „Sedimentologische und geophysikalische Untersuchungen im südlichen Ohridbecken, EJR Mazedonien“ am Lehr- und Forschungsgebiet Neotektonik und Georisiken (NUG) ist ebenso erfolgreich beendet.

"Sedimentologische und geophysikalische Untersuchungen im südlichen Ohridbecken, EJR Mazedonien"

"Sedimentologische und geophysikalische Untersuchungen im südlichen Ohridbecken, EJR Mazedonien"

Die Inhalte der Arbeit sind dem folgenden Auszug zu entnehmen:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung und Beschreibung von zwei Bohrkernen und mehreren Georadarprofilen. Das betrachtete Untersuchungsgebiet liegt am südöstlichen Ufer des Ohridsees (EJR Mazedonien) an der Mündung des Cerava nahe Ljubaništa an der Mazedonisch-Albanischen Grenze. Die Bohrkerne enthalten unkonsolidierte Sedimente, deren Stratigraphie und Eigenschaften in Verbindung mit den Radarprofilen auf eine Deltaebene mit Rinnenstrukturen und Deltaschüttungen schließen lassen. Die hohe Dichte der Georadardaten ließ die Erstellung eines vereinfachten Untergrundmodells zu. Ein Fossilienfund in einem der Bohrkerne zeigt die Wechselwirkung zwischen fluviatilem und lakustrinem Milieu in diesem Gebiet an.

Schlüsselworte: Ohrid, Ohridsee, Deltaschüttung, Cerava, Georadar, 3D-Modell, Bohrkern, Fossilien

Das Untersuchungsgebiet liegt, wie in der folgenden Karte dargestellt, südöstlich des Ohridsees.

Untersuchungsgebiet "Plantage"

Lage in Google-Maps

In diesem Gebiet wurden zwei Bohrungen in das lockere Sediment abgeteuft, die Aufschluss über den Untergrund geben konnten. Zusätzlich konnten mittels Georadarprofilierung Strukturen des Untergrunds dargestellt werden und schließlich eine Korrelation zwischen den Bohrungen und den Georadar-Daten hergestellt werden.

Aus den Bohrungen ging hervor, dass es sich bei den Sedimenten überwiegend um Sande mit teilweisen Wechsellagerungen zwischen Tonen und Schluffen handelt. Das folgende Bild zeigt den Sedimentinhalt einer Schlitzsonde aus 2-3 Meter Tiefe nahe dem Seeufer.

Plantage III - 100-200

Plantage III - 100-200

Einen Eindruck der landschaftlichen Umgebung bietet das folgende Foto. Im Vordergrund sind die Obstbäume der Plantage zu erkennen und im Hintergrund liegt die Galicica, eine kleine Gebirgskette östlich des Ohridsees.

Untersuchungsgebiet Plantage und Galicica

Untersuchungsgebiet Plantage und Galicica

Mazedonien / Albanien: Panoramen

Hier folgen nun einige Panoramen, die in Mazedonien und Albanien entstanden sind:

Reaching the Summit

Am Sonntag, den 12. April 2009, sind wir mit einer kleineren Gruppe auf die 2253 m hohe Galicica gestiegen.

Galicica Panorama

Vom Gipfel aus hatten wir eine grandiose Aussicht auf den Ohrid-See im Westen und auch auf den kleineren Prespasee im Osten. Beim Aufstieg kamen wir in das Vergnügen einige Schneefelder zu überqueren.

Searching the Lineament

Nördlich des Ohrid-Sees wird ein Lineament vermutet, das zum großdynamischen Störungssystems des Ohrid-Beckens gehören soll. Um es zu finden haben wir mehrer Versuche mit den geophysikalischen Methoden des Georadar und der Geoelektrik unternommen. Leider waren diese nicht von sonderlichem Erfolg gekrönt

The Small Prespa

Im östlichen Albanien liegt der südliche Ausläufer des kleinen Prespasees, der weiter nördlich Zugang in den Hauptsee hat. Der kleine Zipfel des Prespasees ist größtenteils verlandet bzw. hat sich zu einem schilfreichen Sumpfgebiet entwickelt. In dieser Ebene kann man dem Weg folgend bis nach Griechenland sehen.

The Small Prespa

Die sumpfige Landschaft hier bietet etlichen Fröschen und Kröten einen geeigneten Lebensraum. Uns war diese Aussicht eine Mittagspause mit reichlich Brot, Schinken, Salami, Feta, Oliven, Bananen, Äpfeln und Nutella wert.

 

weitere Bilder in meinem Flickr-Stream.

 

Mazedonien, April 2009

So jetzt bin ich schon wieder ungefähr 1 ½ Wochen im Lande (seit dem 21. April). Mein eigentliches Vorhaben, während des knapp zweiwöchigen Mazedonien-Trips bereits einige Posts mit Fotos onlinezustellen, hat mangels stabilem Internetzugang leider nicht funktioniert. Deshalb werde ich nun ein wenig über meine Erfahrungen und Erlebnisse in Mazedonien berichten.

Zunächst aber nochmals zum Grund dieses Trips. Im Zuge meines Bachelorstudiums „Angewandte Geowissenschaften“ an der RWTH Aachen steht für jeden Studenten zum Abschluss natürlich eine Bachelorarbeit an. Bei der Entscheidung, was mir da so vorschwebt, war mir recht schnell klar, dass ich ab ins Feld will, sprich ab in die Natur…Steine klopfen, Aufschlüsse unter die Lupe nehmen und sonstige Feldmethoden anwenden.

Ich habe mich dazu entschlossen, mit dem Lehr- und Forschungsgebiet für Neotektonik und Georisiken nach Mazedonien zu fahren. Ziel war der Ohrid-See bzw. das Ohrid-Becken. Der See ist der größte Mazedoniens, der tiefste des Balkans und einer der ältesten weltweit. Entstanden ist der See vor etwa 4 Millionen Jahren. Nun warum ist der Ohrid-See geologisch von größerem Interesse? Aufgrund seines Alters sind im Laufe der Jahrtausende etliche Sedimente im Becken abgelagert worden. Damit gelten die Sedimente als ein Paläoklimaspeicher, der mit verschiedenen isotopenchemischen Methoden Rückschlüsse auf das Klima vor einigen tausenden von Jahren zulässt. Neben alten Sedimenten ist die geodynamische Entstehung und Entwicklung des Ohrid-Beckens von Interesse. Um ein besseres Verständnis der geologischen Prozesse zu bekommen, haben wir während unserer Feldarbeit mehrere Bohrungen abgeteuft und verschiedene geophysikalische Messungen (Georadar, Geoelektrik, Geomagnetik) durchgeführt. Aus den aufgenommenen Daten und den mitgenommenen Proben werden nun verschiedene Bachelor- und Diplom-Arbeiten entstehen. Eine davon werde ich bearbeiten. Die genaue Thematik wird noch diskutiert.

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Anreise: 3. bis 5. April 2009

Geplant war die Abfahrt für Freitag, den 3. April 2009. Als Transportmittel wurde ein VW-Bully der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der VW-Bully des geologischen Instituts beschafft. Wegen “Anhänger-Problemen” verzögerte sich unsere geplante Abfahrt von 14 Uhr auf etwa 16 Uhr. Los ging es also gegen 16 Uhr in Richtung unseres ersten Ziels Ancona, Italien.

Unsere Reiseroute führte uns von Aachen über den Brennerpass nach Ancona (Italien) und von dort mit der Fähre (Minoan Lines) nach Igoumenitsa (Griechenland). Und schließlich durch Griechenland nach Ohrid (Mazedonien). Die Fahrt lief soweit ohne nenneswerte Vorkommnisse. In Ancona gegen 12:30 Uhr am Samstag-Mittag angekommen. Nach einem schnick-feinem Essen in einem original italienischen Nobelrestaurant (beste Spaghetti Bolognese ever) zurück zur Fähre, auf die Beladung der Fähre gewartet. Abfahrt der Fähre um 17:30 Uhr (geplant 17 Uhr). Schlafplatz an Deck gesucht direkt am leeren Swimmingpool. „Geschlafen“. Überfahrt hat etwa 16 Stunden gedauert. In Igoumenitsa von der Fähre runter und Fahrt Richtung Mazedonien aufgenommen. In Igoumenitsa also so gegen 9 Uhr morgens los, die mazedonische Grenze gegen 16:30 Uhr passiert und ab Richtung Ohrid. Erste Eindrücke: viel Müll, schlechte Straßen und interessante Leute. In Ohrid gegen 18:30 Uhr angekommen. Dort zunächst zum Hydrobiologischen Institut (Ansprechpartner für uns vor Ort) und dann zu den Apartments und essen gehen.
Dies soll es fürs erste zu der spektakulären, anstrengenden und lustigen Anreise gewesen sein.

Nun aber noch ein paar bildhafte Eindrücke zum Erlebten auf der Fahrt:

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Resümee (im Französischem dann doch eleganter)…nennen wir es doch Fazit 🙂

3. April 2009
16:30 Uhr: Abfahrt in Aachen, über Brennerpass nach Italien

4. April 2009
6:00 Uhr: erster größerer Stop in Italien
12:30 Uhr: Fähr-Hafen Ancona (Italien) erreicht
13:30 Uhr: Nobelfuttern in Italien
17:30 Uhr: auf der Fähre und Abfahrt abwartend

April 2009
9:00 Uhr: Ankunft in Igoumenitsa (Griechenland)
16:30 Uhr: Passieren der mazedonischen Grenze
18:15 Uhr: Ankunft in Ohrid (Mazedonien)

Führerschein…

Das wird dann wohl mein erster richtiger Post.

Ich durfte heute eine „Führerscheinprüfung“ ablegen. Komisch irgendwie…man hat seit knapp 7 Jahren seinen Führerschein und fährt täglich mit dem Auto und zack…darf man nochmal einen Theoriebogen ausfüllen und sich bei der Praxis mit einem großen motorisierten Gefährt profilieren.

Aber es hat geklappt. In der Theorie gibt es schon sehr skurrile Fragen. Seltene Verkehrsschilder und technische Fragen sind da recht beliebt. Naja bestanden, ist bestanden.

Die Praxis war top. Ganze 3 oder 4 Minuten bin ich gefahren mit einem gefühlte 10 Meter langem RWTH-Kleinbus. Schaltet sich komisch, braucht viel Gas und rückwärtsfahren ist schwieriger, als man denkt.

Nun wozu das Ganze???

Am 3. April geht es nach Mazedonien. Und warum muss ich da nochmal einen Führerschein machen, wenn ich schon längst einen habe? Naja wir fahren auf Exkursion bzw. Geländearbeit für meine Bachelorarbeit. Um dorthin zu kommen, fahren wir mit einem der Institutsbusse, wofür ein Dienstführerschein benötigt wird. Und da ich mich u.a. als Fahrer gemeldet habe, musste ich einen Dienstführerschein der RWTH machen. Das ist schon alles.

Wie die Fahrt nach Mazedonien und der gesamte Trip dorthin so verläuft, wird dann hier zu lesen sein. Bis dahin muss ich aber noch ein paar Klausuren schreiben.

Noch ein kleiner Tipp von mir:

Zum Lernen der Theorie hat mir folgende Seite geholfen: Führerschein ARAL. Hier gibt’s aktuelle Fragebögen mit Auswertungsmöglichkeiten usw. Ist recht hilfreich.

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Thema von Anders Norén.