Am ersten Juliwochenende wurden die Türen zum Betriebsgelände eines der stärksten Arbeitgeber der Region Heinsberg geöffnet. Mit einer Ausstellungsfläche von ca. 500.000 m² feierte die NATO Air Base Geilenkirchen ihren 35sten Geburtstag.

Als Militärflughafen des NATO E-3A-Verbandes sichert die Airbase, die in der Teverener Heide liegt, Jobs für 3.000 Soldaten und Zivilisten. Der E-3A-Verband ist der erste und einzige multinationale fliegende Verband der NATO. Auf der Air Base werden Besatzungen aus 13 NATO-Mitgliedsstaaten gestellt: Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, die Türkei, Ungarn und die Vereinigten Staaten. Die multinationalen Besatzungen bestücken die insgesamt 16 dem E-3A-Verbandes zugehörigen AWACS-Maschinen. Die AWACS-Maschinen dienen der Radarluftraumüberwachung und verfügen über ein Airborne Early Warning and Control System. Die Maschinen sind allesamt umgerüstete Boeing 707 Luftfahrzeuge und markant durch ihre graue Färbung und ihren drehenden grau-schwarzen Radarteller oberhalb des Flugzeugrumpfs, dem sogenannten Rotodom. Wer in der Region Heinsberg, insbesondere in der Umgebung von Geilenkirchen, wohnt, dem sind die AWACS-Luftaufklärer bestens bekannt, denn sie sind täglich mehrfach in Start- und Landemanövern über unseren Köpfen zu sehen und vor allem auch zu hören, denn die Maschinen sind nicht mehr die jüngsten.

Barrier

Anfang Juli bekamen die Besucher des Tags der offenen Tür der NATO Air Base die Gelegenheiten die AWACS-Maschinen aus der Nähe und von Innen zu betrachten. Bereits vor 5 Jahren haben wir den Tag der offenen Tür anlässlich des 30-jährigen Bestehens der NATO Air Base besucht. Und so war uns bekannt, dass der Andrang groß sein wird. Glücklicherweise haben wir uns schon früh auf den Weg gemacht, um in den Genuss zu kommen direkt auf dem Flugplatzgelände zu parken. Das sonst stark abgegrenzte Flughafen- und Militärgelände wurde für die Besucher von Norden her kontrolliert befahrbar gemacht. In einer Fahrzeugkolonne von schier unzähligen Autos fuhren wir parallel zur Start- und Landebahn zu unserem Parkplatz. Am Eingang zum Veranstaltungsgelände wurden wir auf etwaige gefährliche Gegenstände hin kontrolliert.

Runway

Auf der West-Ost-ausgerichteten Start- und Landebahn, die wir überquerten, waren 4 AWACS-Luftaufklärer geparkt. Etliche weitere Luftfahrzeuge, Attraktionen und Stände gab es auf dem Areal parallel zum Rollfeld. Neben Hubschraubern, kleineren zivilen Flugzeugen und etlichen militärischen Maschinen gab es zahlreiche Attraktionen für Groß und Klein. Für die kleinen Gäste gab es Karussells und Hüpfburgen. Für das leibliche Wohl wurde an zahlreichen Imbissständen gesorgt. Die internationalen Stände der einzelnen Mitgliedsnationen präsentierten nationale Spezialitäten.

Als Hauptattraktion wurde uns Besuchern die Möglichkeit gegeben die AWACS-Maschinen von innen anzuschauen. Dazu mussten wir uns allerdings in eine lange Schlange von weiteren Interessierten einreihen und mindestens eine Dreiviertelstunde auf den Zugang zum Maschineninneren warten. Besonders für die Kinder hat es sich aber gelohnt, zu sehen wie ein solches Flugzeug von Innen aussieht, das ja regelmäßig über unsere Köpfe kreist. Den Wunsch des Großen, mal mit einem der Flugzeuge fliegen zu können, mussten wir leider schon im Vorfeld ausschlagen. Die Begeisterung, mal auf einem der großen Sessel an den Kontrollbildschirmen der Radarüberwachung zu sitzen, ließ diesen Wunsch aber erst gar nicht wieder aufkeimen.

Tower

Nachdem wir uns einen der AWACS-Luftaufklärer von Innen angeschaut hatten, beschlossen wir, uns etwas zu Essen zu besorgen. Doch leider war unterdessen der Ansturm an Besuchern nicht kleiner geworden. An sämtlichen Ständen, die in irgendeiner Weise Essbares bereit hielten, waren Schlangen der Länge entstanden, der eine Wartezeit von mindestens einer halben Stunde entsprach. So beschlossen wir noch eine schnelle Runde an den internationalen Ständen vorbei zu drehen und dann zwei Fahrten mit dem Karussell zu fahren, um schließlich das Gelände zu verlassen und ein Restaurant oder Imbiss in der Nähe anzusteuern.

AWACS

Unsere Pläne sollten jedoch wettertechnisch durchkreuzt werden. Den ganzen Vormittag und Mittag war es zwar bewölkt, aber doch trocken geblieben. Kurz nach Beendigung der letzten Karussellfahrt und Aufbruch Richtung Ausgang begann es zu regnen und wir wurden bis auf die Unterhose nass. Dies sorgte für diesige Stimmung auf dem Rollfeld und etwas gedrückte Stimmung unserer Gemüter.

Die Regenschauern stellten sich typischerweise erst kurz nach Ankunft am Auto ein. Da waren wir allerdings bereits nass. Die Kinder haben wir dank Wechselkleidung in trockene Klamotten stecken können. Die Frau des Hauses hatte zur Erheiterung der Gemüter das Backwerk der Woche im Kofferraum deponiert, so dass wir eine kleine Stärkung noch in der Parkposition des Autos einnehmen konnten. Der Restaurantbesuch fiel aufgrund durchnässter Kleidung leider aus und wir fuhren stattdessen direkt nach Hause. Dennoch verbrachten wir ein paar aufregende und spannende Stunden auf der NATO Air Base in Geilenkirchen. Und der Große weiß nun immer, wenn er einen fliegenden Radarteller sieht, von wo oder wohin dieser fliegt.

Das nachfolgende Foto der aufgereihten AWACS-Maschinen auf dem Rollfeld der NATO Air Base Geilenkirchen ist im Rahmen meines Projekts 50 + 2 | 2017 in der Kalenderwoche 26 entstanden.

#26 Air Base

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