Eine kalte Nacht…

Eine kalte, sternenklare Nacht, ein Stativ, eine Kamera, warme Handschuhe und eine warme Jacke sind nötig, um die Sterne vom Himmel zu holen. Eine kurze Anleitung zu einem Sternenhimmelbild mit einer digitalen Spiegelreflexkamera.

Wer den Sternenhimmel schon als Kind gerne angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass nicht immer die gleichen Sterne und auch nicht immer gleich viele Sterne zu sehen sind. Das liegt zum einen an der Rotation der Erde, die uns vortäuscht, dass sich die Sterne am Himmel bewegen und zum anderen an der variierenden Sichtbarkeit der Sterne, die durch die Intensität des Umgebungslichtes beeinflusst wird. In einer Licht durchfluteten Stadt sind am Himmel weniger Sterne zu beobachten, als in einem kleinen Dörfchen, in dem die Straßenbeleuchtung in der Nacht auf ein Minimum reduziert wird. Vielleicht ist dem ein oder anderen der Begriff Lichtverschmutzung geläufig.

Daraus folgt: Suche dir ein möglichst dunkles Plätzchen und du wirst sehr viel mehr Sterne sehen.

Der wichtigste Parameter für die Aufnahme von Sternen ist das Licht und die Menge, die den Sensor der Kamera erreicht. Um die Menge des Lichtes zu beeinflussen, sollten folgende Parameter an der Kamera eingestellt werden:

Die Belichtungszeit muss aufgrund der Dunkelheit relativ lang sein (20 bis 30 Sekunden), aber nicht zu lang, um Sternenspuren zu vermeiden. Diese entstehen bei langen Belichtungszeiten durch die Rotation der Erde.

Die Empfindlichkeit des Sensors wird durch die Erhöhung des ISO-Wertes gesteigert. Ich habe einen ISO-Wert von 800 an meiner Canon EOS 400D gewählt, da ich das Rauschen des Sensors ein wenig unterdrücken wollte und dennoch eine genügend hohe Empfindlichkeit brauchte, um die Belichtungszeit so kurz wie möglich zu halten. Die Wahl der ISO-Empfindlichkeit ist stark von den Rauscheigenschaften der Kamera abhängig.

Zuletzt lässt sich die Lichtmenge durch die Blende anpassen. Deshalb habe ich die Blende (f/4.0) weit geöffnet. Möchte man jedoch einen Vordergrund in das Bild einbeziehen, so sollte eine höhere Blendenzahl (f/8.0) gewählt werden. Dadurch verlängert sich die Belichtungszeit.

Weitere zu beachtende Punkte:

Ein Stativ ist selbstverständlich unerlässlich, die langen Belichtungszeiten von mehreren Sekunden ruhig zu halten. 30 Sekunden lang kann kein Mensch eine Kamera absolut ruhig halten. Alternativ sind Bohnensack oder anderweitige Unterlagen für die Kamera zu verwenden, die die Kamera stabilisieren.

Um Erschütterungen der Kamera zusätzlich zu verringern, habe ich einen Kabelfernauslöser verwendet und die Spiegelverriegelung an der Kamera eingestellt.

Ein Weitwinkelobjektiv (hier 18 mm) lässt im Endeffekt das Bild am besten wirken, da damit ein Großteil des Nachthimmels abgebildet werden kann.

Den Autofokus habe ich ausgeschaltet und manuell auf etwas weniger als unendlich fokussiert.

Wenn diese Punkte beachtet werden steht der Sternenhimmelfotografie nichts mehr im Wege. Mein Resultat aus einer kalten Nacht im Januar zeigt den Sternenhimmel mit Blick Richtung Südwesten auf der Nordhalbkugel. Auf dem Foto sind die Sternenbilder Orion, Zwillinge und weitere zu erkennen.

Cold Night Sky in January (18mm f/4.0 30s ISO800)
Cold Night Sky in January (18mm f/4.0 30s ISO800)

Den Artikel habe ich bereits Anfang des Jahres verfasst und nun erst leicht angepasst veröffentlicht.

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