Verkehrssicherheit in Griechenland

Wer bereits in den mediterranen Ländern, wie Griechenland, Spanien, Italien und Ländern des Balkans unterwegs war, weiß, dass dort die Verkehrssicherheit häufig recht weit ausgelegt wird.

Jüngst in Griechenland erlebte ich, dass es auf einer zwei-spurigen Autobahn durchaus noch zwei bis drei weitere Spuren geben kann, die einleuchtenderweise zum schnelleren Verkehrsfluss beitragen können. Dass dann auf der Autobahn, aber auch noch Rollerfahrer ohne Helm, zu zweit und mit vielen Einkäufen unterwegs waren, hat mich dann doch etwas erstaunt. Während einiger Autofahrten tauchten des öfteren solche Rollerfahrer urplötzlich rechts neben mir auf und ich konnte nur noch verdutzt hinterherschauen.

Eine weitere Philosophie des griechischen Straßenverkehrs wird durch die ungemeine Freundlichkeit gestützt. Wenn man sich im Klaren ist, dass man wesentlich langsamer fährt – vielleicht 10 bis 20 km/h mehr als vorgeschrieben – oder einfach zu langsam für den Otto-Normal-Griechen, so besagt eine Regel, dass man den Schnelleren durch eine möglichst am rechten Straßenrand orientierte Fahrweise, trotz Gegenverkehr und unübersichtlicher Straßenführung überholen lassen kann. Dies ist eine rücksichtsvolle und Mitmenschen respektierende Fahrweise und trägt ungemein zum Verkehrsfluss bei.

Die für den gemeinen Mitteleuropäer vielleicht etwas gefährlich anmutende Fahrweise wird dem Griechen schon in jungen Jahren verinnerlicht, indem schon die Kinder an den Straßenverkehr gewöhnt werden und ein integrativer Teil davon werden. In einem kleinen beschaulichen Örtchen namens Galatas fuhren 8-jährige Jungen mit ihren Rollern zur Schule, natürlich ohne jeglichen Kopfschutz, damit sie auch ja sicher fahren. Kleinkindern, im Alter von vielleicht gerade 4 Jahren, wurde der sichere Sitz auf dem Roller beigebracht, damit auch sie bereits eine unzerstörbare Verbindung zu ihrem zukünftigen Fortbewegungsmittel aufbauen können.

Neben diesen verwunderlichen und beeindruckenden Dingen wurde uns in Galatas eine weitere Absurdität dargeboten. Als Grieche ist man recht fit in handwerklichen Tätigkeiten und erledigt so manches eigenständig von Hand aus. Um sich handwerklich zu betätigen, werden natürlich auch einige Materialien benötigt. Diese transportiert der Handwerker dann mit seinem Auto von A (Galatas?) nach B (Galatas?).

So wurden wir Zeuge, wie ein schon etwas in die Jahre gekommener Kleinwagen mit leichter Beladung sein Dasein fristete. Handwerklich geschickt wollte sich hier wohl jemand an einem Samstag neue Wasserleitungen verlegen. Die knapp 7 m langen Rohre waren akkurat auf dem Dach des Fahrzeuges positioniert, ausbalanciert und gesichert mit kräftig anmutenden Schnürchen. Jegliches Überragen des Fahrzeuges wurde natürlich nicht kenntlich gemacht. Dies würde ohnehin nur zur Gefährdung weiterer Verkehrsteilnehmer führen.

ROAD SAFETY
ROAD SAFETY

Im Endeffekt fragt man sich, ist der Grieche ein besserer, d.h. sicherer Autofahrer, da er mehr riskiert. Sicher ist jedenfalls, dass er sich größeren Gefahren aussetzt, sich diesen aber scheinbar nicht so sehr bewusst ist.

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