Mazedonien, April 2009

So jetzt bin ich schon wieder ungefähr 1 ½ Wochen im Lande (seit dem 21. April). Mein eigentliches Vorhaben, während des knapp zweiwöchigen Mazedonien-Trips bereits einige Posts mit Fotos onlinezustellen, hat mangels stabilem Internetzugang leider nicht funktioniert. Deshalb werde ich nun ein wenig über meine Erfahrungen und Erlebnisse in Mazedonien berichten.

Zunächst aber nochmals zum Grund dieses Trips. Im Zuge meines Bachelorstudiums „Angewandte Geowissenschaften“ an der RWTH Aachen steht für jeden Studenten zum Abschluss natürlich eine Bachelorarbeit an. Bei der Entscheidung, was mir da so vorschwebt, war mir recht schnell klar, dass ich ab ins Feld will, sprich ab in die Natur…Steine klopfen, Aufschlüsse unter die Lupe nehmen und sonstige Feldmethoden anwenden.

Ich habe mich dazu entschlossen, mit dem Lehr- und Forschungsgebiet für Neotektonik und Georisiken nach Mazedonien zu fahren. Ziel war der Ohrid-See bzw. das Ohrid-Becken. Der See ist der größte Mazedoniens, der tiefste des Balkans und einer der ältesten weltweit. Entstanden ist der See vor etwa 4 Millionen Jahren. Nun warum ist der Ohrid-See geologisch von größerem Interesse? Aufgrund seines Alters sind im Laufe der Jahrtausende etliche Sedimente im Becken abgelagert worden. Damit gelten die Sedimente als ein Paläoklimaspeicher, der mit verschiedenen isotopenchemischen Methoden Rückschlüsse auf das Klima vor einigen tausenden von Jahren zulässt. Neben alten Sedimenten ist die geodynamische Entstehung und Entwicklung des Ohrid-Beckens von Interesse. Um ein besseres Verständnis der geologischen Prozesse zu bekommen, haben wir während unserer Feldarbeit mehrere Bohrungen abgeteuft und verschiedene geophysikalische Messungen (Georadar, Geoelektrik, Geomagnetik) durchgeführt. Aus den aufgenommenen Daten und den mitgenommenen Proben werden nun verschiedene Bachelor- und Diplom-Arbeiten entstehen. Eine davon werde ich bearbeiten. Die genaue Thematik wird noch diskutiert.

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Anreise: 3. bis 5. April 2009

Geplant war die Abfahrt für Freitag, den 3. April 2009. Als Transportmittel wurde ein VW-Bully der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der VW-Bully des geologischen Instituts beschafft. Wegen “Anhänger-Problemen” verzögerte sich unsere geplante Abfahrt von 14 Uhr auf etwa 16 Uhr. Los ging es also gegen 16 Uhr in Richtung unseres ersten Ziels Ancona, Italien.

Unsere Reiseroute führte uns von Aachen über den Brennerpass nach Ancona (Italien) und von dort mit der Fähre (Minoan Lines) nach Igoumenitsa (Griechenland). Und schließlich durch Griechenland nach Ohrid (Mazedonien). Die Fahrt lief soweit ohne nenneswerte Vorkommnisse. In Ancona gegen 12:30 Uhr am Samstag-Mittag angekommen. Nach einem schnick-feinem Essen in einem original italienischen Nobelrestaurant (beste Spaghetti Bolognese ever) zurück zur Fähre, auf die Beladung der Fähre gewartet. Abfahrt der Fähre um 17:30 Uhr (geplant 17 Uhr). Schlafplatz an Deck gesucht direkt am leeren Swimmingpool. „Geschlafen“. Überfahrt hat etwa 16 Stunden gedauert. In Igoumenitsa von der Fähre runter und Fahrt Richtung Mazedonien aufgenommen. In Igoumenitsa also so gegen 9 Uhr morgens los, die mazedonische Grenze gegen 16:30 Uhr passiert und ab Richtung Ohrid. Erste Eindrücke: viel Müll, schlechte Straßen und interessante Leute. In Ohrid gegen 18:30 Uhr angekommen. Dort zunächst zum Hydrobiologischen Institut (Ansprechpartner für uns vor Ort) und dann zu den Apartments und essen gehen.
Dies soll es fürs erste zu der spektakulären, anstrengenden und lustigen Anreise gewesen sein.

Nun aber noch ein paar bildhafte Eindrücke zum Erlebten auf der Fahrt:

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Resümee (im Französischem dann doch eleganter)…nennen wir es doch Fazit 🙂

3. April 2009
16:30 Uhr: Abfahrt in Aachen, über Brennerpass nach Italien

4. April 2009
6:00 Uhr: erster größerer Stop in Italien
12:30 Uhr: Fähr-Hafen Ancona (Italien) erreicht
13:30 Uhr: Nobelfuttern in Italien
17:30 Uhr: auf der Fähre und Abfahrt abwartend

April 2009
9:00 Uhr: Ankunft in Igoumenitsa (Griechenland)
16:30 Uhr: Passieren der mazedonischen Grenze
18:15 Uhr: Ankunft in Ohrid (Mazedonien)

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